Donnerstag, 25. Dezember 2014

Die drei kleinen Worte

Manchmal, wenn ich dich abends besonders vermisse, dann schreibe ich dir "ich liebe dich". Ich mach das nur manchmal, weil ich es viel schöner finde wenn ich dir dabei in die Augen schauen kann. 
Und meistens antwortest du dann "ich dich auch" und ich frag mich, ob wir das selbe meinen. 
Denn wenn ich "ich liebe dich" sage, dann meine ich noch so viel mehr. 
Ich meine deine Art mich zum lachen zu bringen. Deine Gabe, mir in jeder Situation zu zu hören auch wenn du weißt dass ich grade spinne. Ich denke dabei an dein Lachen, wenn ich mich beschwere dass du mir grade meine Nase geklaut hast. 
Ich erinnere mich an den Moment an dem du mich zum ersten mal geküsst hast. An den Moment, in dem ich dir in deinem blauen Hemd im Flur begegnet bin und gesagt habe "du musst Leo sein. Ich bin S." Und du genickt hast und mir die Hand gegeben hast. Und dabei denke ich daran dass wir wohl beide nicht wussten wem wir da eigentlich die Hand schütteln. Ich denke dabei an meine nächtlichen Hunger-Attacken und wie ernst du sie nimmst. Daran, dass du sogar mir etwas zu essen machst wenn wir im dicksten Streit sind und dass du weißt dass nur durch das Essen die Versöhnung ein großes Stück näher kommt. 
Wenn ich dir "ich liebe dich" ins Ohr flüstere, dann meine ich unsere Wochenenden die manchmal zu stressig und manchmal zu faul sind. Deine Geduld bei meinen Shopping Ausflügen und dein selbtzufriedenes Grinsen wenn du eine Hose gefunden hast die mir steht. 
Ich meine die Kuhle in deinem Schlüsselbein, die sich für mich immer nach zuhause anfühlt -egal wo wir grade sind. Ich meine deine Hände, die perfekt in meine passen und deine blauen Augen die immer so strahlen. Ich meine deine Umarmungen, deine Zuneigung, dich. 
Deinen Bauch und deine Brust an die ich mich nachts so gerne kuschel und deine Beine die ein bisschen nach Frosch Schenkeln aussehen. Und, ja, in dem Moment in dem ich das schreibe weiss ich, dass du das Gesicht verziehen wirst und sagen wirst "sind keine Frosch Schenkelchen!" Und dann werde ich lachen und dich küssen. 
Wenn ich das nächste mal "ich liebe dich" sage, dann mein ich genau das. Mit allem was dazu gehört. 

Frohe Weihnachten. Ich bin so froh dass es dich gibt. 

Sonntag, 30. November 2014

Langsam legt sich der Nebel über die Stadt. Dunkel ist es schon lange aber das spielt eigentlich keine Rolle. Wir haben nicht mitbekommen wie es hell geworden ist, und auch nicht wie es dunkel geworden ist. Wir lebten in den Tag hinein und waren das Licht des anderen. Du neben mir, über mir, bei mir, eben an meiner Seite. Es war unser Wochenende und jetzt ist es vorbei. Hast du alles? Und dann fällt die Tür zu. Zwei Züge, zwei Richtungen, zwei Menschen mit Gepäck. 
Das einzige was mich beruhigt ist, dass es am Freitag wieder zwei Züge sind, in die selbe Richtung. Dann bist wieder du neben mir und nicht mein Handy und dein tshirt. Dann sind es wieder du und ich, neben einander, zusammen. Nur wir Beide -und der Rest kann kommen. 

Mittwoch, 28. Mai 2014

Sonnenschein am See, großer Springbrunnen, viele Schiffe. Ein Motorboot auf dem grade ein Sektempfang in kurzen Kleidern stattfindet. Manager die noch die letzten Termine für Freitag bestätigen, bevor sie sich ihren Familien widmen. Mütter, die noch schnell die letzten Einkäufe inklusive der übermüdeten Brut ins Auto schleppen und Teenager, die sich schon mal die erste Zigarette anzünden, bevor sie sich in das aufregende Leben der Großstadt stürzen. Um mich rum stehen Porsches, Lamborghinis, Audis und BWMs. Daneben knattern Motorräder, Mofas, kleine Roller. Immer mal wieder wird wütend gehupt, wenn sich ein Fahrradfahrer dazwischen durch schlängeln möchte und somit alles blockiert. Genf liegt in der Abendsonne vor mir, mit all seiner Schönheit. 
Und zwischen all diesen lauten, schnellen, gestressten Menschen: ich.
Ohne Minikleid, ohne sektglas in der Hand, ohne Zigarette im Mund und auch nicht mit Blackberry am Ohr, in 3 Sprachen gleichzeitig diskutierend.
Ich sitz einfach nur im Stadtbus, Trainingspulli, Nikes, ohrstöpsel im ohr, Kaugummi kauend. Beobachte die Menschen um mich rum, falle auf und warte dass wir wieder los fahren. Los fahren zu dir. An den anderen See, in die Arme, in die ich gehöre, in das Bett, in dem ich am liebsten schlafe.
Mittlerweile gehör ich zu den Leuten, bei denen ich nie dachte dass ich da mich mal mit ihnen zusammen tun würde: den Wochenend-Pendlern. Genf, Zürich, und wieder Genf. Mal auf dem Weg zu dir, mal auf dem Weg weg von dir. Mal vermiss ich dich, mal vermiss ich Genf, mal vermisse ich zuhause, manchmal vermiss ich meinen Bruder oder meine Mama und manchmal, da vergess ich zu vermissen. Manchmal frag ich mich, warum ich so viel zeit in Zügen verbringe, und dann fällt es mir wieder ein: um meine lieben zu sehen und gleichzeitig das zu machen, was schon lange auf meiner Liste steht: französisch lernen,
Ich mach das gerne. Ich mag es, aus dem Sonnenuntergang in die Dunkelheit zu fahren und im Kopf zu überlegen, was am Wochenende passiert ist. Ich mag es, auf meinem Schoß in mein Tagebuch zu kritzeln und auf zu passen, dass mein Nebensitzer nicht auf die beschriebenen Seiten krümelt.
Ich habe gefunden, was ich suche.

Not all Those who wander are lost.